Aufsetzen und Implementierung eines globalen NVOCC –
Fluch oder Segen?

Der NVOCC (Non-Vessel-Operating-Common-Carrier) ist ein wesentlicher Bestandteil des heutigen Seefrachtgeschäftes Ohne ein solches Set-Up kann kein internationaler Spediteur oder Logistikdienstleister erfolgreich im weltweiten Seefrachtgeschäft operieren.

Es gibt heute hunderte von Speditions- und Logistikunternehmen, die offiziell bei der FMC (Federal Maritime Commission) registriert und somit auch lizensiert sind, aber nur einige wenige kennen die Anforderungen und auch Risiken. Diese Unternehmen sind entsprechend organisatorisch aufgestellt und kontrollieren sowohl die Dokumente als auch die Prozesse in einer Art und Weise, die absolut konform geht mit den Anforderungen und Regularien der FMC. Dazu gehört ebenfalls eine entsprechende Versicherung für mögliche Schäden oder Regressforderungen. Die FMC unterscheidet strikt zwischen „Ocean Freight Forwarder – OFF“ und einem „NVOCC“. Viele Unternehmen sind sich dessen nicht bewusst und haben nicht berücksichtigt, dass ein „OFF“ lediglich die Auslagen an seinen Auftraggeber berechnen darf, die ihm von Seiten des Carriers (VOCC) belastet wurden. Ein „OFF“ darf auf diese Auslagen keinen Gewinn aufschlagen sondern lediglich Abfertigungsgebühren separat berechnen und ausweisen. Details hierzu gehen sehr detailliert aus der offiziellen Website der FMC (https://www.fmc.gov/resources/ocean_transportation_intermediaries.aspx) hervor.

Schäden und Strafen, verhängt von der FMC, gehen in die Millionen und hier stellte sich heraus, dass diese Unternehmen nicht entsprechend der FMC-Vorschriften aufgestellt waren bzw. nicht gesetzeskonform agiert haben. Es passiert durchaus, dass über Jahre – bewusst oder unbewusst – gegen bestehendes Gesetz verstoßen wurde ohne dass dieses jemals aufgefallen ist. Siehe hierzu auch https://www.law.cornell.edu/uscode/text/46/41107. Es gibt auch Fälle, bei denen ehemalige Mitarbeiter die FMC darüber informiert haben, dass der frühere Arbeitgeber „illegal“ agiert.

Deshalb sollte sich jedes Speditionsunternehmen oder Logistikdienstleister intensiv mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Ist sichergestellt, dass alle Seefrachtkontrakte, Raten und Konditionen mit Reedereien als „NVOCC“ und nicht als „OFF“ abgeschlossen wurden?
  • Wurden alle Angebote an Ihre Kunden „as agent and on behalf of ’named NVOCC‘ und nicht als Spediteur abgegeben? Dieses ist insbesondere in Deutschland relevant, da ansonsten die Haftung als „Fixkostenspediteur“ greift und Sie sich nicht auf die B/L-Bedingungen berufen können.
  • Wo ist mein NVOCC registriert und lizensiert? Wurden alle gesetzlichen Punkte und steuerlichen Aspekte berücksichtigt? (Z.B.: Wohin werden mögliche vereinbarte Volumenrabatte von Seiten der Carrier kreditiert?)
  • Gibt es eine klare Abgrenzung zwischen dem NVOCC und den Eigentümern in Bezug auf Entscheidungs- und Managementprozesse? Ist sichergestellt, dass diese Trennung ausreichend strukturiert und dokumentiert ist, damit Regressansprüche nicht gegen den Eigentümer / Shareholder bzw. Muttergesellschaft gerichtet werden können?
  • Ist das Risiko-Management entsprechend aufgestellt? Sind die Firmenstruktur und Ablaufprozesse sowie die Dokumentation im Falle eines Regressanspruches übereinstimmend? Ist die NVOCC-Versicherung strikt getrennt von jeglichen Mantelvereinbarungen und ist die Deckung ausreichend?
  • Ist die FMC-Registrierung gültig und ist die FMC-Bond-Versicherung auf dem aktuellen Stand bzw. erneuert? Ist der SCAC-Code entsprechend verlängert worden? Sind alle Service-Kontrakte, die NVOCC-Tarife und Konditionen registriert und gemäß FMC-Vorschriften auf der NVOCC-Website veröffentlicht?
  • Ist die NVOCC-Registrierung in China gemäß existierendem Gesetz beantragt und wurden auch alle Zweigniederlassungen entsprechend registriert, um NVOCC-Dokumente ausstellen zu dürfen? Ist die China-Bond-Versicherung aktuell?
  • Ist Ihr Schadensmanagement im Falle größerer Schäden entsprechend strukturiert und aufgestellt, sowohl in Bezug auf „NVOCC-Verpflichtungen“ als auch „Spediteur-Verpflichtungen“?
  • Sind NVOCC-Agenturverträge vorhanden und sind Ihre Agenten (eigene oder Dritte) mit entsprechenden Versicherungen ausgestattet?

Wir als WCL – Worldwide Consultants in Logistics GmbH haben vielfach unsere Kompetenz unter Beweis gestellt und eine Vielzahl von neutralen NVOCC im Auftrag großer Konzern wie auch für den Mittelstand erfolgreich aufgesetzt und implementiert. Begonnen von der Überprüfung des gewünschten NVOCC-Namen über die Registrierung, Lizenzierung in USA und China, internationale Bankverbindung und Versicherungen. Das ganze verbunden mit einer umfangreichen Dokumentation wie Agenturverträge, Carrierinstruktionen, Claim Handling u.a. Sämtliche Dokumentationen wurden von etablierten Anwaltskanzleien in Deutschland, Frankreich, UK, Hongkong und USA überprüft.

Wir sind gern bereit Ihren aktuellen NVOCC-Status zu überprüfen, Handlungsempfehlungen zu geben und das gemeinsam Erarbeitete umzusetzen.

Sprechen Sie mit uns – wir freuen uns, Sie zu unterstützen.

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