2026: Warum Logistikunternehmen jetzt strategisch vorausdenken müssen

WCL Martin Sieg 2026 Logisitik Strategy Blog 2026
Januar 15, 2026
 
Ein WCL-Blick auf Markt, Struktur und unternehmerische Entscheidungen
 
Die deutsche und internationale Logistik befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen. Geopolitische Spannungen, volatile Märkte, steigende Kosten, regulatorische Anforderungen und zunehmender Margendruck prägen das Umfeld nachhaltig.

In unseren Gesprächen mit Eigentümern, Geschäftsführungen und Gesellschaftern zeigt sich deutlich:
Was lange als überwiegend operatives Geschäft verstanden wurde, ist heute ein komplexes Zusammenspiel aus Supply Chain, Regulierung, Finanzierung, Führung und Eigentümerstruktur.

Gerade für mittelständische Logistikunternehmen geht es nicht mehr nur um Effizienz im Tagesgeschäft – sondern um die strategische Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens.

Logistik ist längst mehr als Transport

Unabhängig davon, ob es sich um Speditionen, Kontraktlogistiker, Projektlogistik oder spezialisierte Dienstleister handelt, begegnen uns immer wieder ähnliche Fragestellungen:

  • Wie resilient ist das Geschäftsmodell gegenüber Marktschwankungen?
  • Ist die Organisation skalierbar und sauber strukturiert?
  • Wie stark hängt das Unternehmen von einzelnen Personen, Kunden oder Märkten ab?
  • Sind Führung und Governance auf zukünftige Anforderungen vorbereitet?

Diese Fragen entstehen oft lange bevor konkrete Schritte wie Wachstum, Beteiligung, Nachfolge oder Verkauf geplant sind. Genau hier liegt ihre strategische Bedeutung.

Die Insolvenzwelle in Deutschland – ein relevantes Signal für die Logistik

Ein Thema, das aktuell in vielen Gesprächen eine Rolle spielt, ist die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Die Zahlen sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen und haben ein Niveau erreicht, das zuletzt vor vielen Jahren zu beobachten war.

Besonders auffällig ist dabei der Transport- und Logistiksektor, der überdurchschnittlich betroffen ist. Vor allem kleine und mittlere Logistikunternehmen stehen unter erheblichem Druck durch:

  • steigende Kosten für Energie, Personal und Finanzierung
  • anhaltend niedrige Margen bei hoher Wettbewerbsintensität
  • Zahlungsverzögerungen oder Insolvenzen von Auftraggebern
  • begrenzte Liquiditätsreserven

Hinzu kommen Dominoeffekte entlang der Lieferketten: Gerät ein Marktteilnehmer unter Druck, wirkt sich dies häufig unmittelbar auf Logistikdienstleister aus.

Aus WCL-Sicht ist diese Entwicklung weniger ein kurzfristiger Ausreißer als vielmehr ein strukturelles Warnsignal. Sie macht deutlich, wie wichtig vorausschauende Planung, belastbare Strukturen und klare Entscheidungsprozesse geworden sind.

Führung, Struktur und Eigentümerfragen sind untrennbar verbunden

Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Verzahnung von Führung, Organisation und Eigentümerstruktur.

In unserer Arbeit sehen wir immer wieder:
Unternehmen mit klarer Governance, definierten Verantwortlichkeiten und einer professionell aufgestellten Führung verfügen über deutlich mehr strategische Optionen – unabhängig davon, ob Wachstum, Nachfolge oder ein M&A-Prozess konkret geplant sind.

Führung ist damit nicht nur eine operative Frage, sondern ein zentraler Werttreiber – und ein entscheidender Faktor für Stabilität in unsicheren Marktphasen.

Der Faktor Zeit – oft unterschätzt, aber entscheidend

Viele strategische Themen werden erst dann adressiert, wenn der Handlungsdruck bereits hoch ist. Dabei zeigt sich immer wieder:
Zeit ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Unternehmen, die sich frühzeitig mit Struktur, Führung und Eigentümerfragen beschäftigen, gewinnen:

  • bessere Entscheidungsqualität
  • mehr Handlungsspielraum
  • geringere Risiken
  • eine stärkere Ausgangsposition für zukünftige Schritte

WCL-Marktbeobachtung

Aktuell beobachten wir:

  • steigenden Bedarf an analytisch und strategisch starken Führungspersönlichkeiten
  • zunehmende Bedeutung von Compliance-, Zoll- und Trade-Kompetenz
  • wachsende Sensibilität von Gesellschaftern und Investoren für Governance
  • mehr vertrauliche Gespräche ohne akuten Anlass, aber mit strategischem Tiefgang

Diese Signale zeigen: Der Markt ist in Bewegung – leise, differenziert und langfristig.

Fazit

2026 wird kein Jahr der schnellen Entscheidungen sein, sondern eines der bewussten Vorbereitung.
Logistikunternehmen, die sich heute mit Struktur, Führung und strategischer Klarheit auseinandersetzen, schaffen die Grundlage für Stabilität, Wachstum und unternehmerische Freiheit.

Nicht jede Entscheidung muss sofort getroffen werden.

Der richtige Zeitpunkt beginnt mit dem richtigen Gespräch
Strategische Fragen rund um Struktur, Führung und Eigentümermodelle lassen sich selten isoliert beantworten – und schon gar nicht unter Zeitdruck.

Gerade bei Themen wie Unternehmensverkauf, Nachfolge oder Beteiligungsmodellen ist es sinnvoll, frühzeitig eine neutrale, erfahrene Perspektive einzubeziehen. Nicht, um sofort Entscheidungen zu treffen, sondern um Optionen sauber zu strukturieren und Handlungsspielräume zu verstehen.

Martin Sieg begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer im Logistiksektor seit vielen Jahren bei genau diesen Fragestellungen – diskret, analytisch und mit tiefem Verständnis für unternehmerische Zusammenhänge.

Ein erstes Gespräch dient dabei nicht der Entscheidung, sondern der Orientierung.
Und genau darin liegt oft der größte Wert.